Der Mena-Talk

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Der unabhängige Nahost Think-Tank

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00:00:00:

00:00:09: Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe des MENA Talk.

00:00:11: Mein Name ist Yasmin Arimi, Journalistin bei MENA Watch und unser heutiger Gast ist der Sozialwissenschaftler Konstantin Winkler.

00:00:19: Konstantins Doktorand an der Universität Passau und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt RadiGame.

00:00:26: Er ist am Leibniz-Institut für Friedens und Konfliktforschung.

00:00:30: Er forscht zu Antisemitismus, Radikalisierung und digitalen Spielekulturen.

00:00:34: Herzlich willkommen Konstantin!

00:00:36: Schön, dass du da bist.

00:00:38: Vielen Dank für die Einladung.

00:00:40: Du warst gerade in Israel heifer auf einer Konferenz.

00:00:43: Vielleicht kannst du uns kurz mitteilen was das für eine Veranstaltung war?

00:00:46: Und in welchem Rahmen sich stattfand?

00:00:48: Das war die Conference Contemporary Antisemitism in dass die größte und bedeutendste jährliche internationale Konferenz der zeitgenössischen Antisemitismusforschung, also die wird von ganz bedeutenden Einrichtungen der Antisemitismforschungen getragen.

00:01:09: Also ein voran das London Center for Study of Contemporary Antisematism an dem ich ja auch Fellow bin unter Beteiligung des Center for Holocaust Studies and Human Rights Graz College, dem Institut für das Study of Contemporary Antisemitism an der Indiana University.

00:01:31: Dem Center for Study of Antisemitism in New York University und natürlich dem Elizabeth Antoni Compa Interdisciplinary Center for study of anti-Semitism and racism on the Uni Haifa.

00:01:45: Und dort hat das Ganze eben auch stattgefunden.

00:01:48: eine sehr schöne Location auf dem Kamel-Gebirgszug am Rand von Heifer, Beblick aufs Meer letztlich.

00:01:57: Und diese Konferenz hat eben knapp dreihundertfünfzig Speaker und nochmal deutlich mehr Teilnehmerinnen zusammengebracht.

00:02:04: Du bist auch nicht nur Teilnehmer gewesen, du hast ja selbst einen Beitrag gehabt beziehungsweise Beiträge.

00:02:11: Worum genau ging's da?

00:02:12: Ja, stimmt ich habe einen Vortrag gehalten.

00:02:15: Darin ging es um antisemitische Mobilisierungsstrategien innerhalb digitaler Spielekultur.

00:02:21: Das ist ja mein Forschungsschwerpunkt, also Antisemitismus und Radikalisierung in Communities digitaler Spieler.

00:02:28: Außerdem durfte ich das Panel zur Antisemitism und Medien leiten.

00:02:33: Da haben dann neben mir noch Ron Schleifer vom Leon Reichs Center vor kommettigen Antisematismen Adam Levick von Camera UK, das ist das Committee for Accuracy in Middle East Reporting and Analysis.

00:02:48: Und Merafi Boga Resom Niosha von der Universität Heifer gesprochen und dann eben mit dem Publikum diskutiert.

00:02:56: Die Speaker die dort vor Ort waren, die kam ja quasi aus der ganzen Welt und wahrscheinlich auch des Publikums.

00:03:02: Ich kann es so ein bisschen was zu denen sagen...

00:03:05: Es waren natürlich viele Israelis vor Ort, es waren aber auch einige Deutsche und Österreicher da.

00:03:10: Viele US-Amerikaner waren vor allem da... Aber ja wie du sagst, eigentlich kamen die Leute aus der ganzen Welt.

00:03:17: Viele haben aber eine Nähe zu den Organisationen, die in die Veranstaltung mit eingebunden waren.

00:03:25: Also jetzt abseits von diesem großen Netzwerk das alles zusammenbildet Es ist ja schon so, dass es immer auch regionale Netzwerke gibt wo sich Leute zusammenfinden und man sieht sich da dann eben wieder und vertieft diese Kontakte letztlich.

00:03:44: Dieser Netzwerkaspekt ist ja auch heutzutage besonders wichtig.

00:03:49: Hast du das Gefühl, dass der Austausch entscheidend ist?

00:03:52: Ja also... Das ist absolut entscheidende!

00:03:56: Also da kommt einfach das WHO ist WHO, dieser Forschungsfelder der zeitgenössischen Antisemitismusforschung zusammen und zwar in einer Masse wie das andere Konferenzen nicht schaffen würde ich sagen.

00:04:11: Also die kommen zum Teil aus sehr unterschiedlichen Forschungsbereichen analysieren zb antisemitische Bewegungen in verschiedenen Weltbelegionen Islamistischen und christlichen Antisemitismus, Schuarleugnungen und Relativierung, Genozidvorwürfe gegen Israel, akademischen und Bildungsantisemitismos, Genderaspekte, Mediendigitalisierung, Definitionen, Speitungsprozesse, Mythen, Historien, Psychologische Aspekt, Anti-Zionismus.

00:04:43: Diverse Betroffene Perspektiven, selbst in so was wie Gesundheitssysteme, methodische Ansätze, Theorien usw.

00:04:50: Das heißt da kommen extrem viele Perspektive auf den Zeitgenössischen Antisemitismus zusammen und da kann man natürlich eine ganze Menge bei lernen.

00:05:02: aber vor allem kann man sich in Feldern in denen man ihnen selbst forscht oder zu dem man vielleicht zukünftig mal arbeiten will vernetzen.

00:05:10: Das heißt, man kann dort mit den zentralen Akteurinnen Einzahl in der Antisemitismus Forschungsbereiche im Kontakt kommen und daraus eine Zusammenarbeit ableiten.

00:05:23: Und das halte ich für unverzichtbar zum einen inhaltlich aber eben auch aus Gründen der Feindseligkeit außerhalb dieser Netzwerke wenn Forschungsarbeiten behindert oder verunmöglicht werden, dass in der Antisemitismusforschung einfach häufig der Fall ist.

00:05:43: Es ist eben notwendig dagegen eigene Netzwerke zu gründen.

00:05:47: Ich würde

00:05:48: doch sagen das genau das der Punkt ist, der die Konferenz in Heifer von anderen akademischen oder politischen Veranstaltungen zur Antisemitism unterscheidet?

00:05:58: Das ist definitiv so!

00:06:00: Also ich würd' sagen... Die Contemporary Antisematism-Konferenz unterscheidet sich grundsätzlich dadurch, dass es erstmal sowas wie grundsätzliche geteilte Interessen gibt und eben das wahnsinnig gute Vernetzungspotenzial was existiert.

00:06:16: Das setzt sich ja auch dazu führt, da sehr nachhaltige Kontakte entstehen die im wie gesagt mit jedem mal vertieft werden und woraus ich dann Zusammenarbeit ergibt.

00:06:25: auf vielen Konferenzen ist es einfach so, dass die Anwesenden ihre kurzen Impulsvorträge halten zu verschiedensten Themen, die werden abgefeuert Und das ehrliche Interesse an den Inhalten der teilnehmenden Unternen ist häufig relativ gering.

00:06:45: Das führt dann auch dazu, dass sich das Ganze für viele Personen als erne soziale Belastung entpuppt.

00:06:52: also die nimmt man so in Kauf um eigene Themen zu platzieren und zum Teil sicher auch im Nachgang sagen zu können was man da war gerade wenn es renommierte große Konferenzen sind bei der Contemporary Antisemitism tatsächlich anders.

00:07:09: Also ich erlebte schon so, dass da wirklich sehr enger Austausch stattfindet und zwar auf den Panels aber auch darüber hinaus und damit meine ich jetzt nicht nur Konferenzpausen oder sowas sondern auch sowas wie eine gemeinsame Freizeitgestaltung am Abend

00:07:25: usw.,

00:07:26: die ja viel attraktiver wird dadurch das man sich wirklich was zu sagen hat den Austausch auch wirklich wertschätzt und statt daraus eben so eine networking Pflichtübung zu machen, das einfach schon noch mal eine ganz andere Art der Vernetzung die da stattfindet als ich es jetzt von den meisten anderen Konferenzen gewohnt bin.

00:07:47: Auch weil im wie gesagt antisemitismusforschende ja bis vielleicht auf so ne bestimmte Riege die sich sehr anbietet und beispielsweise auch einer Leugnung von Israel bezogenem Antisemitismus mitwirkt.

00:08:02: natürlich eint uns alle eigentlich, dass sie eigentlich immer aber besonders seit dem siebten Oktober massiven Anfeindungen ausgesetzt sind.

00:08:12: Das bedeutet es braucht diese Vernetzung auch wirklich wenn immer mehr dieser Ausschlüsse produziert werden.

00:08:18: Du hast ja gerade von davon geredet, dass insbesondere im akademischen Raum zunehmend eine feinselige Stimmung herrscht und Ausschlüsse produziert werden.

00:08:26: Bist du das in den letzten Jahren konkret bemerken können oder gab es da Veränderungen die dir aufgefallen

00:08:32: sind?

00:08:32: Ja also es gab schon immer eine gewisse Feindseligkeit gegenüber Personen die sich mal zeitgenössisch mit Antisemitismus auseinander setzen.

00:08:40: Das liegt natürlich auch daran, dass man sich von den Erkenntnissen da viel schneller angesprochen und auch angegriffen fühlen kann als wenn Antisemitismus ja jetzt auf eine bestimmte historische Epoche oder Zusammenhänge oder vielleicht ein paar Rechtsextreme reduziert wird.

00:08:55: Und selbst da gab es natürlich gerade in Deutschland über Jahrzehnte einen erheblichen Teil der Bevölkerung, der auch davon nichts hören wollte und heftig darauf reagiert hat – auch um grade unter Akademikerinnen.

00:09:09: Aber spätestens seit dem siebten Oktober ist der akademische Raum wirklich noch mal gekippt.

00:09:15: Also, der kann eigentlich inzwischen weder für jüdischen Juden noch für alle die sich nicht gegen sie in Stellung bringen lassen als sicherer Raum bezeichnet werden also insbesondere nicht für diese Unsicherheiten thematisieren und dafür eben besonders heftig angefeindet werden.

00:09:37: Ja, das entspringt einem antisemitischen Scholaraktivism sozusagen.

00:09:42: Also der Verknüpfung akademischer Tätigkeiten mit antisemitischem Aktivismus.

00:09:49: Das spielt sich dann auch häufig innerhalb der Akademie ab also in Form politischer und ideologischer Raumnahme.

00:09:55: Das ist ein Phänomen dass diverse Formen annimmt also beispielsweise antisemitische Besetzungen von Universitätsgebäuden oder dem Campusgeländen durch Studierende, zum Teil unter wohlwollender Unterstützung von Professorinnen.

00:10:11: Dabei werden dann auch gerne mal antisemitische Feindmarkierung an Büros vorgenommen und so weiter.

00:10:16: es kommt zu Bedrohungen und Angriffen auf Kommilitonen zum Teil auch körperlich.

00:10:21: israelische und jüdische Forschungseinrichtungen und Wissenschaftler sollen boykottiert werden.

00:10:27: dafür werden von Wissenschaftlerinnen, letztlich massenhaft auf eine Briefe verpasst und unterzeichnet die im genau das bewirken sollen.

00:10:37: Die Betroffene werden zum Teil nicht mehr eingeladen ihre Vorträge und Vorlesungen werden massiv gestört.

00:10:44: es gibt Rufmord Kampagnen gegen Antisemitismusforscherin.

00:10:47: also auch ich werde beispielsweise in BDS-nahen Datenmanken geführt, in dem man dann einsingen kann.

00:10:53: Weshalb ich boykottiert werden sollte?

00:10:55: Es werden Haufen Bedrohungen im Internet geäußert oder per Mail geschickt und ja, all das wird letztlich moralisch begründet.

00:11:06: also man glaubt damit Manichäusch die anzugreifen, die es verdient haben und selbst dadurch eben auf der richtigen Seite zu stehen.

00:11:16: und teilweise werden auch so zum Beispiel Antisemitismus Forschungspaper in Journals abgelehnt einzig, weil sie Antisemitismus benennen oder zu diesem Thema arbeiten.

00:11:29: und Antisemitism ist im akademischen Raum einfach so normalisiert dass Antisematismus-Forschungsbeiträge teilweise auch von Instituten nicht gewünscht sind um z.B die Zusammenarbeit mit BDS nahen Wissenschaftlerinnen nicht zu gefährden Fahrwasser zu begeben, indem man selbst Opfer dieser Anfeindungen werden könnte.

00:11:51: Da wird Wissenschaftlerin dann auch gerne mal mitgeteilt dass sie keine Anträge zum Thema Antisemitismus mehr stellen sollen vielleicht lieber woanders unterkommen soll und so weiter.

00:12:03: die Räume in denen sich bewegt werden also immer verengter.

00:12:06: Und auf der anderen Seite frame einige wissenschaftlerin jede Beschäftigung mit Antisemitism als Versuch der Unterdruckung im Prinzip durch die man angeblich nichts mehr sagen darf, wären sehr aber genau das Paradoxerweise von relativ hochkarätigen Podien aus Sagen und ihre Meinungsartikel gut platzieren können.

00:12:28: Zum Teil auch sehr hochrangige Positionen bekleiden für diese Äußerungen eher Beifall erhalten und letztlich für ihren gratis Mut fast ausschließlich gelobt werden.

00:12:37: Also dass eine völlig konformistische Rebellion da stattfindet.

00:12:42: Da wird jeder Diskurs und jede inhaltliche Kritik direkt zu einer Einschränkung der Wissenschaftsfreiheit erklärt, sicher auch um noch heroischer zu erscheinen und zum Teil sicher auch weil diese Person ja die politische Erfahrung fehlt.

00:12:58: Und ja Antisemitismus, die erstmals politisiert und radikalisiert hat und die sich wundermenst dann vielleicht auch mal einen Widerspruch gibt.

00:13:07: Bei denen, die da nicht mit einstimmen wollen wird ja häufig so mit Unverständnis reagiert also dass es ihnen gerade Akademiker sind, die es doch eigentlich besser wissen müssten und so weiter.

00:13:19: Das resultiert vermutlich aus der Vorstellung des Antisemitismus immer mit dem Ziel einer Vereinfachung gesellschaftlicher Zusammenhänge einhergeht oder dem entspringt das stimmt in vielen Fällen ist aber letztlich deutlich widersprüchlicher als das zunächst klingt.

00:13:38: Also diese Eindeutigkeiten müssen ja erst mal hergestellt werden und man muss ja auch sagen, dass die Bildung zur Antisemitismus nicht überall gleich ausgeprägt ist und es ist auch durchaus Form der Bildung geben kann, die Antisemitism eher befeuern als reduzieren.

00:13:55: aber vor allem war Antisematismus ja noch nie eine Sache von Nichtakademikerinnen.

00:13:59: also die theoretischen Grundlagen und Rechtfertigungen von Antisemitismus, die kamen immer aus akademischen Stuben.

00:14:08: Und das ist ja auch kein Wunder, weil dafür braucht es zum Teil erhebliche intellektuelle Kraftanstrengung.

00:14:15: Das sieht man ja gerade wenn man sich jetzt so ein eigenes besonderen Ausmaß ist wie zB den sieben Oktober ansieht.

00:14:22: da ließe ich ja auf einen ersten Blick vielleicht erst mal nicht vermuten dass gerade so ein antisemitisches Massaker den Antisemitismus weiter vorantreibt.

00:14:32: Und gleichzeitig war das aber dem meisten Personen, die intensiv zu diesem Thema arbeiten von vornherein klar dass das der Auftakt von noch mehr Antisemitism sein wird.

00:14:40: also Akademikerinnen verbringen viel Zeit und geistige Ressourcen damit oder bringen das dafür auf solche antisemitischen Ausbrüche zurechtfertigen und es zum Teil unter Verquasten Theorien, die man Personen sich nicht in diesen Zwerden bewegen auch eigentlich gar nicht mehr ohne weiteres erklären kann.

00:15:02: Auch weil da zum Teil auf sehr selbstreferenziellen Theorie-Konstrukten dann aufgebaut wird, die es teilweise aber in wissenschaftlichen Mainstreamen geschafft haben und die häufig im eher an moralischen Passungen arbeiten als eine akademische Qualität zu entspringen.

00:15:19: Ja danke ich glaube das hast du ganz gut auf den Punkt gebracht auch auf diese pro palästinensische Cancel Culture und er immer geredet wird, weil wir ja nichts mehr sagen.

00:15:29: Darauf warten wir glaube ich alle schon seit mehreren Jahren – sie kommt nie aber es wird irgendwie immer vorgeschoben.

00:15:37: Kommen wir mal zu deinem Vortrag auf der Konferenz selbst.

00:15:40: du fährst ja quasi auch zu einem gewissen Punkt in der Spielekultur und das ging ja um antisemitische Mobilisierungsstrategien in der Spielekultur.

00:15:50: vielleicht kannst du ganz kurz zusammenfassen worum es dabei geht was man sich doch unter vorstellen kann.

00:15:57: Ja, also es ging letztlich darum wie Gaming Kultur genutzt wird um antisemitisch zu mobilisieren.

00:16:04: Also das entfasst so die Erstellung eigener Spiele mit antisemitischen Inhalten bei denen man Juden und Juden töten muss meistens.

00:16:15: Das entfasst aber auch sowas wie Modifikation für Digitalspiele also Anpassungen von Spielinheiten für bereits existierende Spieler meistens in den dann antisemitischen Akteure oder Tatorte eingefügt werden.

00:16:32: Zum Teil werden Spiele aber auch einfach antisemitisch genutzt, also zum Beispiel wenn man Sandbox und Aufbauspiele dazu verwendet um Vernichtungslager nachzubauen.

00:16:43: Es gibt Referenzen auf digitale Spiele so in Form von Memes die dann im antisemitische Terrorpropaganda beinhalten Und es gibt auch die Gamification politischer und real-weltlicher Aktionen, das letztlich hin zu besonders tragischen Beispielen wie dem Synagogen Attentat Anjom Kippur, Zw.

00:17:06: XIX in Halle also der rechte Attentäter von Halle Stefan Bayet, der

00:17:12: Zw.'XIX

00:17:12: eben versucht hat an Jom Kipur in der Szylnagoge von Hallen antisemitischem Massenmord zu begehen, hat sich beispielsweise nicht nur wie das häufig erwähnt wird... auf Image-Sports wie Fortschaden bis zur Waffengewalt radikalisiert, sondern eben auch auf Steam und Discord-Servern.

00:17:29: Und der hat die ganze Tat im Prinzip gamifiziert also Spiel-Elemente in diesen Terrorkontext eingebunden.

00:17:37: Er hat sich eine Helmkamera aufgesetzt, hat sich in First Person Sicht gefilmt wir aus antisemitischen Motiven versucht zu morgen oder ...Morde begangen hat, ja.

00:17:52: Auch wenn ich in eine Synagoge... ...und versucht hatte, in die Synagogeein zu drängen.

00:17:56: also er hat dieser Tat ne Shooter-Aesthetik verliehen und hat auch das wieder über eine Plattform der Gaming Szene zugänglich gemacht Also jetzt live per Twitch gestreamt.

00:18:06: Man konnte bei diesem Terroranschlag eben zusehen Und wenn man abgestumpft genug ist, hat man eben was gesehen, was sehr an so einem Let's Play erinnert wie eine Situation, wenn Leute empfehlen, wie sie spielen.

00:18:22: Und um das Ganze vollends zu gamifizieren hat er dann Archiv-Mens für sich selbst und Nachahmungstheter festgelegt also Auszeichnungen die zynische Titel haben und die durchaus verraten dass er sich in einem Gaming Kontext radikalisiert hat und die man eben erlangen kann vor allem durch verschiedene Atmen des Mordens.

00:18:43: und diese ganzen Inhalte transportieren.

00:18:47: Ja, weilweise antisemitische Gesellschaftsdiagnosen prognostizieren irgendwelche Entwicklungen oder motivieren direkt zu antisemitischen Handlungen.

00:18:57: Darum ging es letztlich in den Vortrag.

00:18:59: Wie wird dann explizit mobilisiert?

00:19:04: Also Es findet eine Kommunikation in verschiedenen Gaming-Räumen meist statt.

00:19:14: Die Inhalte sind dann häufig sehr offen, muss man sagen.

00:19:26: Also es ist gar nicht nötig das auf Plattformen irgendwie noch zu kamouflieren weil die Moderation meistens sowieso nicht existent ist gerade in Bezug auf Antisemitismus.

00:19:39: der wird auch von den Moderatorinnen meistens gar nicht erst erkannt und letztlich ist das meiste sehr stumpf.

00:19:50: also Also es finden einfach direkt Beleidigungen von Jüdern und Juden statt.

00:19:57: Es werden irgendwelche Würsten-Verschwörungsmythen über die Beteiligung jüdischer Akteure an was auch immer gepostet, es werden Spielinhalte wie gesagt verbreitet, die den Mord von Jüden und Judem spielbar machen.

00:20:19: Ja, das sind so die gängigen Methoden und natürlich gibt's da ein paar Besonderheiten.

00:20:23: Also es gibt so eine Gaming-Spezifischen slang der sich da zeigt und so genau.

00:20:31: Es gibt so ein paar besonderheiten in der Darstellung aber letztlich sind das die gleichen antisemitische Narrative, die man überall findet.

00:20:41: Die werden nur anders präsentiert.

00:20:43: Gibt's denn da irgendwelche Plattform oder Spieleumgebung, die besonders auffallen?

00:20:51: Also, letztlich sind Gaming-Plattformen oder verschiedene Games aus verschiedenen Gründen jeweils relevant.

00:21:04: Es lässt sich ja so gut wie jede Plattform und jedes Spiel zu antisemitischer Mobilisierung nutzen.

00:21:13: Allerdings ist es bei Spielen zu beobachten dass vor allem Shooter und Strategiespiele sehr beliebt sind hat den ganz einfachen Grund, dass man da Konflikte austragen und seine Gegner töten kann.

00:21:23: Um viel mehr geht's da nicht?

00:21:25: Und da bieten sich dann natürlich sehr erfolgreiche Spiele an um Anpassungen zu verbreiten weil sie eben eine besonders große Zielgruppe haben.

00:21:36: wenn Inhalte dann stärker radikalisierte Personen ansprechen sollen können aber auch eigene Spiele wieder relevant werden.

00:21:46: dann geht es auch gar nicht mehr so um die Qualität des Spiels, sondern eben um den Genuss übertriebener antisemitischer Propaganda.

00:21:54: Bei Plattformen ist es so dass die Relevanz sehr vom Funktionsumfang und der Stärke der Moderation abhängt.

00:22:00: also im Fall meiner Forschung sind zum Beispiel Plattform wie Steam besonders relevant.

00:22:06: das ist die größte Vertriebsplattform im PC Bereich.

00:22:09: Die ist einfach schon deshalb relevant, weil daran kommen Gamer vorbeikommt und außerdem bietet die sehr viele Netzwerkfunktionen.

00:22:17: Also Messenger, Forengruppen, Profilgestaltungsmöglichkeiten usw.

00:22:24: Und vieles davon ist öffentlich einsehbar.

00:22:27: Gleichzeitig ist die Moderation weitgehend untätig.

00:22:31: also daher kann eben auf Steam relativ viel antisemitischer Content in Umlauf gebracht werden.

00:22:40: Und zum Teil werden sogar Spieler auf der Plattform verkauft, das heißt die Inhalte können eben zum Teil sogar monetarisiert werden.

00:22:51: Roblox habe ich mir auch relativ intensiv angesehen.

00:22:55: also da können mit relativ geringem Aufwand Spielenheit erstellt werden, die dann ja mit anderen Zusammenspieler sind und da gibt es dann auch viele Netzwerkfunktionen.

00:23:04: Die Plattform ist dann vor allem relevant weil ein großer Teil der User sehr jung ist.

00:23:09: Also über sechzig Prozent der User sind unter sechzehn Jahre alt, mehr als zwanzig Prozent sind unter neun und das schafft natürlich interessante Dynamiken.

00:23:18: also wenn die miteinander darüber kommunizieren dass Israel vernichtet werden muss und sich dann im nächsten Satz verabschieden weil sie noch Hausaufgaben machen müssen.

00:23:29: Und für mich sind auch Modding-Plattformen sehr interessant, also Plattform auf den User ihre eigenen Inhalte für bereits existierende Spiele hochladen können.

00:23:39: Einfach weil diese Plattform bisher sehr wenig beforst sind und Modding relativ relevanter Teil digitaler Spielekultur ist uns eben auch eine ganze Menge Mods mit antisemitischen Inhalten gibt ihnen umlaufsinn.

00:23:52: Es gibt auch Plattformen, die für bestimmte Blickwinke sicher interessant sein können.

00:23:56: Also zum Beispiel Plattform, die sich explizit an radikalisierte User richten und

00:24:00: z.B.,

00:24:01: ja es gibt zum Beispiel die Gamer Uprising Forums, die von so rechtsextremen US-Schwa Leugnern betrieben werden und sich eben auch explizite Anrecht der Antisemiten richten ,die im Gaming Affin sind.

00:24:15: Das ist sicher interessant sich diese stark radikalisierte Kommunikation mal anzusehen, aber ich muss auch sagen dass solche Plattformen für mich jetzt weniger interessant sind.

00:24:28: Einfach bei sie Nischen ansprechen und der Erkenntnis gewinnen das Nazis eben Nazi-Dinge tun eher gering ist finde ich.

00:24:42: Ich find's viel bedeutender wie offensichtlich Antisemitismus auf Plattform verbreiten kann die eine breite Masse von Personen erreichen.

00:24:52: Allerdings sind stark radikalisierte Bereiche natürlich das, wo diese Personen dann hingezogen werden sollen.

00:25:00: Wenn sie dann mal radikalisiert werden.

00:25:02: Das gibt beispielsweise auch für selbstverweite Schad-Serber wie zum Beispiel auf Discord.

00:25:06: also da ja habe ich jetzt als Wissenschaftler aber schnellen Problem mit Forschungsethischen Grenzen auch.

00:25:16: Also es gibt dann häufig Lobbybereiche in denen man erstmal ideologisch durchleuchtet wird, mit dem Moderatorn interagieren muss und so weiter.

00:25:25: Das kann ich selbstverständlich nicht ohne Weiteres tun.

00:25:28: Es ist auch die Frage wie öffentlich diese Räume überhaupt sind?

00:25:31: Ich finde es besonders relevant wenn es Räumes sind, die sehr viele User erreichen.

00:25:38: Bleiben wir mal kurz bei diesen Mainstream-Plattformen.

00:25:41: Wie muss man sich das vorstellen?

00:25:43: Du hast ja gerade gesagt, dass irgendwelche Jugendliche davon sprechen.

00:25:46: Dass Israel vernichtet werden muss aber dann sagen hey Tschüss ich muss jetzt Hausaufgaben machen.

00:25:50: sind dort irgendwelchen radikalisierten erfahrenen erwachsenden Spieler die versuchen diese Jugendlichen auch irgendwie zu infiltrieren oder zu beeinflussen?

00:26:01: oder passiert es tatsächlich schon von alleine weil vielleicht ein Freund von denen schon irgendwie so Äußerungen getätigt hat, hast du da ein paar mehr Erkenntnisse?

00:26:12: Also sowohl als auch.

00:26:16: Es gibt politische Organisationen und Gruppen die versuchen ganz aktiv zu rekrutieren auf Gaming-Plattformen und sich an Diskussion zu beteiligen Gruppengrönen für Leute, die dann in diesen Gruppen aus ihrer Sicht positiv auffallen an die dann irgendwelche Links verschicken zu anderen eher abgeschotteten Bereichen, das gibt es auf jeden Fall.

00:26:42: Ich würde aber sagen der meiste Content den wir da finden, dass passiert organisch.

00:26:52: also die Leute bringen ihre eigenen antisemitischen Ansichten ein können sie relativ ungestraft kundtun und beeinflussen sich letztlich damit gegenseitig finden dann darüber zusammen und radikalisieren sich dann drüber.

00:27:11: Aber das ist eher ein, häufig eher ein organischer Prozess als dass es jetzt so koordiniert

00:27:16: wird.

00:27:17: Was ja eigentlich fast noch ein bisschen bedenklicher ist.

00:27:21: Ja ich meine auch nicht.

00:27:25: Welche Rolle spielen denn die klassischen Medien im Vergleich zu digitalen Plattformen und Spieleplattformen im Bereich des Antisemitismus?

00:27:33: Im Form der Beeinflussung zum Beispiel.

00:27:37: Auch bei klassischen Medien ist jetzt nicht automatisch davon auszugehen, dass die nicht in antisemitische Muster verfallen.

00:27:44: Das war schon immer so.

00:27:46: auch das ist sicher nach dem siebten Oktober nochmal ein bisschen deutlicher geworden.

00:27:52: und auf der anderen Seite gibt es ausgesprochen gute digitale Formate.

00:27:57: aber man muss natürlich schon sein, dass digitale Vermittlung mit einigen Besonderheiten einhergeht.

00:28:04: also Inhalte Verbreiten sich einfach schneller, können leichter von einem möglichen Gruppen- oder Einzelpersonen erstellt und einen Umlauf gebracht werden.

00:28:15: Und durch algorithmische Vermittlungen passiert das dann auch sehr schnell dass Personen in so einem Sog laden der ihnen nur noch bestimmte Inhalte vorschlägt.

00:28:27: Darunter sind ja nicht nur viele antisemitische Mythen sondern auch viel gefälschtes Material, Falschbehauptungen usw.. Und außerdem hat Internetkultur maßgeblich zu einem sehr raueren Ton beigetragen.

00:28:44: Also man wird eigentlich permanent direkt beleidigt und bedroht, wenn anderen User in Ansichten nicht passen und es hat auch zum Entstehen von der Menge Pseudo-Expertise beigeteilt.

00:28:59: Das ist ja also weiß ich nicht... eine Menge Leute, die glauben mehr zu wissen als es tatsächlich der Fall ist.

00:29:13: Zum anderen meinen sie auch ständig sich dann zu einem äußern zu müssen was außerhalb ihrer Expertise liegt.

00:29:21: Ein Stück weit ist das in Ordnung weil politische Ansichten und so weiter jetzt ja kein Elitenzirkus sind aber es ist natürlich schon höchst fragwürdig der ganzen Welt jede wilde These die man hat irgendwie mitteilen zu wollen Ja autoritäre Zirke kann man eigentlich fast sagen, in denen dann Sympathien und Meinungsüberschneidung sehr schnell mit Expertise verwechselt werden.

00:29:46: Und dann wird sich ziemlich selbstreferenziell aufeinander bezogen.

00:29:50: also ja kurz gesagt digitale Plattformen haben schon stark dazu beigetragen die Button zu verrohen und nicht unbedingt nur zur inhaltlichen Ja, Qualitätssteigerungen beigetragen.

00:30:01: Vielleicht ist

00:30:02: das der Fall entstehen ja auch irgendwelche guten Nachrichtenseiten wie die nach Denkseiten um nur ein Beispiel zu nennen, Nios und was größeres zu nenn.

00:30:13: Wenn man es alles jetzt mal kurz zusammenführt, was sagt uns denn dass über aktuelle Dynamiken von Antisemitismus im digitalen Raum?

00:30:24: Also ganz kurz gesagt, dass antisemitismus wirklich allgegenwärtig ist digitalen Raum rasend schnell normalisiert wird.

00:30:33: Also da werden Ausschlüsse produziert, da wird die psychische Gesundheit von Personen angegriffen, da verändert sich was sagbar ist und das hat letztlich auch Auswirkungen auf offline Räume bis hin zu körperlicher Gewalt, die sich auf Straßen entlebt.

00:30:50: Das wäre leider die ganze Zeit feststellen müssen genau.

00:30:54: Was nimmst du denn ganz persönlich von der Konferenz mit, die Du besucht

00:30:57: hast?

00:31:01: Ja, ganz persönlich vor allem die Notwendigkeit solcher Zusammenkünfte.

00:31:06: Also ich werde versuchen auch im nächsten Jahr wieder auf dieser Konferenz zu sein dann in Philadelphia.

00:31:13: Ich nehme viel schöne Erinnerungen und angenehme und produktive Kontakte von der Konferenz mit.

00:31:21: Interessante neue Begegnung, vertiefungen bestehender Bekanntschaften, Anreize für Forschungsthemen und Arbeiten auch natürlich Inhalte, zu denen ich bisher wenig wusste einfach und ich habe mich natürlich auch gefreut einfach mal wieder in Israel zu sein.

00:31:36: Das gehört auch dazu.

00:31:39: Was müsste denn passieren damit der Impact also die Wirkkraft dieser Konferenz über den akademischen Raum hinaus stärker sichtbar wird?

00:31:50: Also man sollte sich selbstverständlich im Klaren darüber sein dass eine wissenschaftliche Konferenzen erster Linie einen wissenschaftlichen Austausch und dem Austauschen von Forschenden dient.

00:32:01: wenn man einer Lüsen bespricht, ist es jetzt nicht eine vorrangige Platzierung von politischen Forderungen.

00:32:11: Ich bin aber schon fest davon überzeugt dass wissenschaftliche Erkenntnisse zur Antisemitismus in der breite Öffentlichkeit gehören einfach weil die in der Gesellschaft was angehen und so wie Antisemitism zum Teil akademischem Theorien entspringt, sage ich mal.

00:32:32: Lässt sich ja auch umgekehrt durchaus hoffen dass eine kritische Auseinandersetzung mit Antisemitismus aus der Wissenschaft in die breite Gesellschaft getragen werden kann und da vielleicht einen Impact haben kann.

00:32:42: Das bedeutet aber vor allem das antisemitismus.

00:32:45: Forscherinnen Ja Dass es denen anliegen sein sollte ihre Inhalte zu kommunizieren Und gleichzeitig müssen ihnen dafür eben auch die Räume geboten werden wird's ja wie wir besprochen haben zunehmend schwieriger wird.

00:33:02: Da kommen dann auch diverse Medien in Spielen, also Gespräche wie wir das jetzt gerade führen sind glaube ich eine gute und notwendige Maßnahme um Inhalte aus einem Elfenbeinturm rauszuhalten.

00:33:16: Du hast denn eine Diskussion oder einen Vortrag auf der Konferenz, der dich besonders beeinflusst hat?

00:33:22: Oder der dich noch ein bisschen länger beschäftigt hat?

00:33:26: Es gab natürlich ganz viele vorträge Gespräche und Diskussionen, die super interessant waren.

00:33:33: Im Moment der mir besonders in Erinnerung geblieben ist hat sich jetzt gar nicht direkt an den Konferenzräumen abgespielt sondern beim Abendessen mit einigen sehr geschätzten Kollegen aus verschiedensten Ländern und dabei ging es unter anderem darum wie auf dem siebten Oktober hätte reagiert werden sollen wie die aktuelle Konfliktentwicklung zu beurteilen ist was die Verfehlungen der aktuellen israelischen Regierung sind, worüber man eben diskutiert wenn man in Israel ist.

00:34:01: Und da gab es natürlich ganz verschiedene Ansichten, angeregte Diskussionen auf Augenhöhe und so weiter und das sollte ja eigentlich alles auch klar sein dass das so ist.

00:34:11: aber ich finde diesen Moment deshalb so bemerkenswert weil ich glaube dass eben die Diversität und dieses Aushalten von Ambiguitäten den nicht klar ist, von dem man sich ständig anfeinden lassen muss, soweit mal Antisemitismus kritisiert.

00:34:27: Und denen es offensichtlich auch nicht klar, dass man politische Ereignisse in Israel und gerade innerhalb Israels kritisch diskutieren kann ohne gleichzeitig die Notwendigkeit dieses Staates infrage zu stellen.

00:34:45: Man eben nicht in antisemitische Muster verfallen muss bei den eigenen Urteilen oder seinen gegenüber nicht attackieren muss und das Kritik auch eben daher rühren kann, dass einem eben nicht egal ist welche Auswirkungen politische Entwicklung auch auf Israelis haben.

00:35:02: Und also wie gesagt eigentlich Selbstverständlichkeiten in der aktuellen Situation die wir jetzt hier heute besprechen aber offensichtlich alles andere als selbstverständlich.

00:35:13: Hast du das Gefühl, dass es ein Unterschied zwischen verschiedenen Ländern bezüglich der Thematik gibt.

00:35:19: Also in Deutschland ist es ja sehr verfahren, in UK ist es sehr verfahren.

00:35:25: Berlin ist zum Beispiel auch wieder so ein ganz extremer Fall aktuell.

00:35:30: aber hattest du das Gefühl auch aufgrund der Teilnehmer und der Konferenz was du da so mitbekommen hast dass es in anderen Ländern vielleicht gerade ein bisschen anders läuft?

00:35:38: also die Situationen sind unterschiedlich man Man muss ja fast schon froh sein, wie die Entwicklung in Deutschland und Österreich zum Teil sind.

00:35:49: Also das ist bei allen antisemitischen Entgleisungen es immer noch zumindest ein Bewusstsein für Antisemitismus gibt an dem sehr viele Leute über Jahrzehnte gegen Haufen Widerstände gearbeitet haben und jetzt wieder infrage gestellt werden.

00:36:07: aber natürlich wirkt das schon glücklicherweise noch ein bisschen nach.

00:36:14: Ich habe den Eindruck, dass in Israel selbst und bei den US-Amerikanern die da waren das noch mal ein ganz anderes Thema ist weil es natürlich eine viel größere Normalität sowohl jüdischen Lebens als auch im Bewusstsein für Antisemitismus gibt.

00:36:37: Das gibt's ja so in Deutschland nicht.

00:36:45: diese Begegnungen finden ja gar nicht statt.

00:36:47: Die meisten Menschen glauben, ihr ist in ihrem Leben noch nie ein Jude begegnet.

00:36:53: Das dürfte auch in vielen Fällen nicht der Wahrheit entsprechen und das hat eher was mit Ignoranz zu tun.

00:36:58: aber ich glaube UK ist dann nochmal eine andere Feinde.

00:37:06: Ich glaube da ist die Lage nochmal deutlich schlimmer als in Deutschland.

00:37:11: besonders hart sind dann natürlich so Spanien beispielsweise, wo der Antisemitismus wirklich sehr sehr ausgeprägt ist und es so gut wie keine gewisse Auseinandersetzung darüber gibt auch schulisch nicht.

00:37:28: Es gibt gravierende nationale Unterschiede.

00:37:34: Danke Konstantin für das Gespräch und für die Einblicke über die Konferenz und den aktuellen Stand.

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Über diesen Podcast

Im Mena-Talk sprechen Persönlichkeiten aus Medien und Politik, Kunst und Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft über politische und gesellschaftliche Themen, die das Team von Mena-Watch bewegen. Der Themenbogen ist weiter gespannt als bei den Analysen auf der Website des Thinktanks.

Eine Produktion von Mena-Watch. Der unabhängige Nahost-Thinktank veröffentlicht täglich Nachrichten sowie Analysen und Kommentare renommierter Experten und Autoren zu aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten und Nordafrika. Ein Team von Politikwissenschaftlern, Historikern und Autoren garantiert die inhaltliche Substanz und Faktentreue jeder einzelnen Veröffentlichung. Mehr auf www.mena-watch.com.

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