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Achtung, dieser Talk ist in Englischer Sprache!
Harris war 32 Jahre lang Geschäftsführer des American Jewish Committee. Im Gespräch mit Florian Markl erläutert er die Haltung der beiden großen amerikanischen Parteien zum Krieg gegen im Gazastreifen, die Gründe für die erschreckenden Hamas-Solidaritätsbekundungen auf amerikanischen Universitäten, warum der Prozess der Annäherung zwischen Israel und vielen arabischen Staaten durch den Krieg nicht zum Erliegen kommen wird und warum US-Präsident Joe Biden die desaströse Iran-Politik Barack Obamas fortsetzt.
Und er unterstreicht die Wichtigkeit einer Lehre, die man aus der Geschichte gezogen haben sollte: Wenn Fanatiker ankündigen, ganze Menschengruppe ermorden oder Staaten ausradieren zu wollen, sollte man ihnen Glauben schenken – egal, ob es sich um die Nazis vor 85 Jahren oder um die Hamas und das iranische Regime heute handelt.
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Im Gespräch mit Florian Markl schildert Rabbi Abraham Cooper die antisemitische Welle, die aktuell auch über die USA schwappt – ausgehend ausgerechnet von der Elite des amerikanischen Bildungssystems. Dem stehe ein ungeahntes Gefühl der Solidarität aufseiten der jüdischen Gemeinden gegenüber, wie es das seit dem Sechstagekrieg 1967 nicht mehr gegeben habe. Der entscheidende Faktor für den Fortgang des Krieges sei, wie sich das iranische Regime weiter verhalte und ob es die Angriffe auf Israel durch die Hisbollah verstärken lassen werde.
Niemand werde mit solchem Hass geboren, wie ihn die Hamas-Terroristen am 7. Oktober an den Tag gelegt hätten, dazu werde man vielmehr erzogen – etwa in den Schulen der UNRWA, des UN-Flüchtlingshilfswerks für die Palästinenser.
In Österreich habe sich im Laufe der Jahre viel geändert, aber der Lackmustest für Österreich und die anderen Länder Europas sei nicht, wie viele Menschen und Politiker in Stille getöteter Juden gedenken, sondern wie viele Politiker jetzt in Solidarität mit lebenden Juden ihre Stimme erheben.
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Yigal Carmon: »Israel kann ohne arabische Staaten florieren«
MEMRI-Präsident Yigal Carmon über die Rolle des Hamas-Unterstützers Katar, Israels Abschreckungskapazitäten und Frieden mit den arabischen Staaten.
Im Mena-Watch-Talk spricht Florian Markl mit Yigal Carmon, dem Präsidenten des »Middle East Media Research Institute« (MEMRI), das Übersetzung von Übersetzungen von Medienberichten aus dem Arabischen und Persischen sowie und anderen Sprachen veröffentlicht und damit Einblicke in die Region ermöglicht, die sonst an sprachlichen Barrieren scheitern.
Vor seiner Tätigkeit hat MEMRI war Carmon zwanzig Jahre lang im israelischen Militärgeheimdienst gearbeitet und diente den Premierministern Jitzchak Rabin und Jitzchak Schamir als Antiterrorbeauftragter. Er ist Mitglied der israelischen Arbeitspartei.
Im Gespräch geht Carmon scharf mit dem Fernsehsender Al Jazeera ins Gericht, dessen arabischsprachige Version für ihn kaum mehr als ein Propagandaorgan der Terrorgruppe Hamas ist. Darin folge der Sender seinen katarischen Herren, welche die Hamas unterstützt und in den letzten Jahren – sehr zum Missfallen Carmons – auch mit israelischer Zustimmung finanziert hätten. Niemand außer der Hamas brauche Katar, auch in den Verhandlungen über die Freilassung von Geiseln sollte das Land keine Rolle spielen dürfen. Man brauche keine »guten« Kontakte zur Hamas, sondern nur Kontakte, und über die verfüge auch Ägypten.
Dass die libanesische Hisbollah und der Iran im aktuellen Krieg bislang keine »zweite Front« gegen Israel eröffnet haben, liegt für Carmon einzig in der israelischen Abschreckungskapazität begründet. Das bedeute aber nicht, dass es nicht doch noch zu einem größeren Krieg kommen könnte.
»Israel kann auch ohne die arabische Welt florieren«
Für Carmon brauchen die arabischen Staaten Frieden mit Israel dringender als umgekehrt. Israel habe schon vor der Normalisierung der Beziehungen zu einigen Staaten (Stichwort Abraham-Abkommen) floriert, und werde das in Zukunft selbst ohne offiziellen Friedensschlüsse mit arabischen Staaten tun.
Aufhorchen lässt Carmon mit der Aussage, dass nicht nur Israel und US-Kriegsschiffe, sondern auch Saudi-Arabien Raketen abgefangen habe, die von den Huthis im Jemen in Richtung Israel abgefeuert wurden.
Abseits des aufgenommenen Gespräches betonte Carmon noch einen wichtigen Punkt: Während sich überall auf der Welt Leute mit der Hamas und dem Terror gegen Israel solidarisch erklärten, sei auffällig, wer nicht auf die Straßen gegangen ist: die arabischen Bewohner Israels. Im Gegensatz zu vielen anderen hätten sie in der Zeit nach dem 7. Oktober »moralisches Rückgrat« gezeigt.
Nicolas Stockhammer über den islamistischen Anschlag vom 2. November 2020 und die aktuelle Terrorgefahr.
Im Gespräch mit Florian Markl erläutert Terrorismusforscher Nicolas Stockhammer, warum in Österreich vor dem Terroranschlag vom 2. November 2020 eine »trügerische Ruhe« geherrscht hat, warum es irreführend ist, von einem »Einzeltäter« zu sprechen, was damals in der Terrorabwehr schiefgelaufen ist und welche Fragen zum Verlauf dieses Abends noch ungeklärt sind.
Aktuell leben wir Stockhammer zufolge erneut in einer Phase trügerischer Ruhe. Terrorgefahr gehe in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft von mehreren Seiten aus, vorherrschend sei aber noch immer die Gefahr islamistischer Gewalttaten.
Stockhammers neues Buch Trügerische Ruhe. Der Anschlag von Wien und die terroristische Bedrohung in Europa ist gerade im Amalthea-Verlag erschienen.
Helfen den Juden Kontakte zu den Kirchen und muslimischen Religionsgemeinschaften? Wie funktioniert jüdisches Gemeindeleben heute? Wie sieht die Zukunft der Juden in Deutschland aus?
Abraham Lehrer ist Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland und Präsident der Zentralwohlfahrtstelle ZWST, der Dachorganisation der jüdischen Wohlfahrtspflege. Er muss mit Bodygards reisen, Antisemitismus beschreiben und entgegentreten, und betont, dass er das tue, weil er sich verpflichtet fühle, für das, was er als Bürger dieses Landes an Rechten hat, etwas zurückzugeben.
Seit seiner Jugend übt er diese und zahlreiche andere Ehrenämter aus. Sein Geld hat er als Geschäftsführer einer Softwarefirma verdient. Im Gespräch mit der Journalistin Maya Zehden erläutert er die Arbeitsweise des Zentralrats, seine Einflussmöglichkeiten nach innen und außen, und wird auch emotional, wenn er über die aktuelle Situation spricht, als Jude in Deutschland zu leben.
„Ein Jud‘ wird geboren und die Welt verändert sich“
Peter Huemer im Gespräch mit der Psychoanalytikerin der Stars Dr. Erika Freeman
Dr. Erika Freeman ist gebürtige Wienerin. Sie floh als 12 Jährige, allein, ohne ihre Eltern, vor den Nazis bis in die USA, wo sie in der Folge mehrere Universitäten besuchte und eine unglaubliche Karriere hinlegte, die sie bis in Häuser der Mächtigen brachte.
Die ebenso hochdekorierte wie bescheidene und humorvolle Dame erzählt über ihre Freundschaften und Erlebnisse mit Persönlichkeiten wie Marylin Monroe, Golda Meir oder Barbra Streisand.
Während ihres freundschaftlichen Geplauders mit Peter Huemer lernt man nicht nur die besten Strategien, um trotz der gröbsten Widrigkeiten ein fröhliches Leben zu führen, sie spricht auch über die Kraft und den Fluch des Vergessens, über die Staatsgründung Israels und den heutigen Antisemitismus. Ein Lebensbericht voll Witz und Weisheit.
Shelly Kupferberg, Journalistin und Autorin in Berlin, hat einen dokumentarischen Roman über ihren Urgroßonkel geschrieben, der aus der bitteren Armut eines jüdischen Schtetl in Galizien kam, im Wien der Zwischenkriegszeit Millionär war, 1938 von den Nationalsozialisten beraubt und gefoltert wurde und starb. Eine Tragödie unter vielen, die vergessen war, aber nun in unser Gedächtnis zurückgeholt wird.
Dr. Isidor Geller hat es geschafft: Er ist Kommerzialrat, Berater des österreichischen Staates, Multimillionär, Opernfreund und Kunstsammler und nach zwei gescheiterten Ehen Liebhaber einer wunderschönen Sängerin. Weit ist der Weg, den er aus dem hintersten, ärmlichsten Winkel Galiziens zurückgelegt hat, vom Schtetl in die obersten Kreise Wiens. Ihm kann keiner etwas anhaben, davon ist Isidor überzeugt. Und schon gar nicht diese vulgären Nationalsozialisten.
eter Huemer spricht mit Elsbeth Wallnöfer über ihre beiden Bücher "Heimat, ein Vorschlag zur Güte" und "Tracht Macht Politik" zu den Themen Heimat und Trachten.
Elsbeth Wallnöfer ist eine wichtige und streitbare Forscherin aus Tirol zum Thema Volkskunde. Peter Huemer sprcht mit ihr über den umstrittenen Begriff "Heimat" und über das Dirndlkleid gestern und heute mit seiner problematischen Geschichte.
Seit einigen Jahren hat sich die FDP von einer ‚Möllemann-‘ und ‚israelkritischen‘ Partei gewandelt zu der Partei, die im Bundestag 2019 einen Beschluss gegen BDS (Boykott, Desinvestionen, Saktionen) vorbereitet und eingebracht hat. BDS ist eine transnationale politische Kampagne, die den Staat Israel wirtschaftlich, kulturell und politisch isolieren will.
Einer, der maßgeblich an der Vorbereitung beteiligt war und mit diesem Beschluss verhindern will, dass in staatlich geförderten Räumen in Deutschland Israelfeindlichkeit unterstützt wird, ist Frank Müller-Rosentritt, Bundestagsabgeordneter aus Chemnitz. Im Gespräch mit Maya Zehden erläutert er, warum er diesen Beschluss bis heute für einen wichtigen Schritt hält und welche Ergebnisse seitdem erzielt wurden.
Müller-Rosentritt hält die Zusammenarbeit zwischen deutschen und israelischen Institutionen für einen Gewinn für beide Seiten und hat in Sachsen dadurch wirtschaftlich Großes erreicht. Ohne Scheu spricht er auch aus persönlicher Sicht darüber, warum er sich für Israel engagiert.
Maya Zehden ist Autorin und Moderatorin, war Geschäftsführerin von Vereinen im Bereich Israel, Judentum, Antisemitismusbekämpfung. Sie ist eine Magistra Artium in Germanistik/ Medienwissenschaften (Nebenfächer: Psychologie und Soziologie) und ehrenamtlich die stellvertretende Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Berlin und Brandenburg e.V.