Der Mena-Talk

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Der unabhängige Nahost Think-Tank

Was geschieht gerade in Syrien (Teil VII): Die Implosion der kurdischen Selbstverwaltung

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Im Mena-Watch-Talk erläutert Siamend Hajo, Vorstandsmitglied des Europäischen Zentrums für kurdische Studien, die Gründe für den raschen Zusammenbruch der kurdischen Autonomie in Nordost-Syrien, wo die Syrian Democratic Forces (SDF) binnen weniger Tage rund 90 Prozent ihres Territoriums an Truppen der Zentralregierung in Damaskus verloren. Das Gespräch wurde am 21. Januar 2026 am frühen Nachmittag geführt.

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Jede Berichterstattung hilft und rettet Leben im Iran

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Im MENA-Talk spricht Jasmin Arémi mit dem Journalisten Iman Sefati über die Dynamik der Proteste im Iran, über die Rolle von Reza Pahlavi und über ein Regime, das bereit ist, die eigene Bevölkerung zu massakrieren.

Ausgangspunkt der aktuellen Protestwelle im Iran waren ausgerechnet jene, die lange als Stabilitätsanker der Islamischen Republik galten. Die sogenannten Bazaris (Basarhändler) starteten die Proteste am 28. Dezember 2025 im Großen Basar von Teheran. Die drastische Abwertung der iranischen Währung (Rial) habe jede wirtschaftliche Planung unmöglich gemacht, erklärt Sefati. Preise explodierten, Waren ließen sich weder seriös einkaufen noch verkaufen.

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Mena-Watch-Talk: Die Proteste im Iran und der demographische Wandel

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Die aktuellen Proteste im Iran stehen für eine neue Qualität des Widerstands: Sie sind landesweit, werden vor allem von jungen Menschen und Frauen getragen und vereinen erstmals nahezu alle gesellschaftlichen und ethnischen Gruppen. Für Thomas von der Osten-Sacken spiegeln die Demonstrationen zugleich einen tiefgreifenden demographischen Wandel wider: sinkende Geburtenraten, eine global vernetzte und wenig ideologische junge Generation sowie eine überalterte politische Führung untergraben zunehmend die Legitimität der Islamischen Republik, die sich nur mehr mit brutaler Gewalt an der Macht halten kann.

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Zwischen Türkei und Israel: Ein Gespräch über Haltung

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Die türkische Influencerin und Studentin Türkü Avci lebt in Jerusalem. Im Mena-Talk spricht sie mit Jasmin Arémi über Antisemitismus in der Türkei, die Ambivalenz der türkisch-israelischen Beziehungen und den Preis öffentlicher Haltung.

Die türkische Journalistin und Influencerin Türkü Avci lebt und studiert in Jerusalem. Aufgewachsen ist sie in einer politisch linken, zugleich religiös geprägten Familie in der Türkei. Israel war für sie früh ein Thema, allerdings eines, das stark emotionalisiert und selten differenziert verhandelt wurde. Dass sie ihr Politik- und Journalismusstudium schließlich nach Jerusalem verlegte, war eine bewusste Entscheidung. Sie habe die Realität mit eigenen Augen sehen wollen, jenseits der Narrative, die in ihrem Umfeld dominierten.

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»Das Verbot von  Muslim  Interaktiv setzt ein klares Signal«

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Im MENA‑Talk spricht Jasmin Arémi mit Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, Islamtheologe an der Universität Münster und Experte für den politischen Islam und innerislamische Reformdebatten, über das kürzlich verhängte Verbot der islamistischen Gruppierung Muslim Interaktiv, seine Bedeutung für Gesellschaft und Staat sowie die Herausforderungen von islamistischer Propaganda im digitalen Raum.
Das Bundesministerium des Innern hat Muslim Interaktiv Anfang November verboten, verbunden mit Durchsuchungen bei Netzwerken wie Generation Islam und Realität Islam. Innenminister Dobrindt begründete diesen Schritt mit Hetze gegen Israel, Juden und Frauenrechten sowie mit der propagierten Kalifatsidee. Das Verbot hat weitreichende Debatten über die Grenzen der Meinungsfreiheit, die Stabilität der Demokratie und islamistische Ideologien ausgelöst. Prof. Dr. Khorchide vom Zentrum für Islamische Theologie in Münster bewertet diesen Schritt als deutliches Zeichen staatlicher Verantwortung.

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Der Anschlag von Schwechat 1985 und seine politischen Hintergründe

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Am 27. Dezember 1985 erschütterte ein Terroranschlag den Flughafen Wien Schwechat. Drei Menschen wurden getötet, Dutzende verletzt. Zum 40. Jahrestag analysiert der wissenschaftliche Leiter von MENA-Watch, Florian Markl, im ersten Teil der Podcast-Reihe MENA-History die dramatischen Ereignisse und ihre politischen Hintergründe.
Der Terroranschlag auf den Flughafen Wien Schwechat am 27. Dezember 1985 zählt zu den dramatischsten Ereignissen der Zweiten Republik. Drei bewaffnete Attentäter warfen in der Abflughalle Handgranaten und eröffneten das Feuer auf die wartenden Reisenden am Schalter der israelischen Fluglinie EL AL. Zwei Menschen starben noch am Tatort, eine Frau erlag wenige Tage später ihren Verletzungen. Rund vierzig Personen wurden teils schwer verletzt.

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»Sudan: Ein Land im Krieg« - Roman Deckert, Historiker und Sudan Experte

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Im Mena-Talk mit Jasmin Arémi spricht der Historiker und Sudan- sowie Südsudan-Analyst Roman Deckert vom MiCT in Genf über den Krieg im Sudan. Er erklärt die Kämpfe zwischen der offiziellen Regierungsarmee SAF und der paramilitärischen Miliz RSF, die dramatische humanitäre Lage im Land und die treibenden Kräfte des Konflikts: inner-sudanesische Macht- und Ressourcenkämpfe, eine lukrative Kriegsökonomie und die Unterstützung externer Akteure wie den Vereinigten Arabischen Emiraten.

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»Antisemitismus ist der Kitt aller Extremisten« - Stefan Hensel

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Im Mena-Talk spricht Jasmin Arémi mit Stefan Hensel, dem Antisemitismusbeauftragten der Freien Hansestadt Hamburg. Vier Jahre lang war er Ansprechpartner für Politik, Verwaltung und jüdisches Leben. Zum Jahresende legt er sein Amt nieder. Ein Gespräch über Erreichtes, Versäumtes und die politischen, gesellschaftlichen und persönlichen Herausforderungen dieser Zeit.

Bereits die Entscheidung, das Amt 2021 anzunehmen, sei kein reiner Verwaltungsakt gewesen: »Als man mich damals fragte, habe ich nicht sofort zugesagt. Ich wollte erst nachdenken – und mit meiner Familie darüber sprechen, was dieses Amt wirklich bedeutet.« Offiziell trage die Position den Titel »Beauftragter für jüdisches Leben und die Bekämpfung und Prävention von Antisemitismus. « Zwei Felder, die, wie er rückblickend betont, zwar unter demselben Dach laufen, aber kaum miteinander vereinbar seien. Aus der einen Seite ist das Amt ein politisch-administratives – und auf der anderen Seite eines, das unmittelbar auf die jüdische Gemeinschaft einzahlt. »Mir war damals noch nicht bewusst, was mir erst während meiner Amtszeit klar wurde: dass ich es mit zwei Themen zu tun haben würde, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben sollten.«

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Stephan Grigat im Mena-Talk mit Maya Zehden zum Krieg Israel Iran - 2025-06-15 (Teil 1)

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Die islamische Revolution von Ayatollah Khomeini sollte exportiert werden
Maya Zehden im Gespräch mit Stephan Grigat zu Hintergründen des aktuellen Krieges zwischen Israel und Iran

Wie wirkte der Einfluss des Irans seit 1979 auf die Region?
Unmittelbar nach der Revolution begann das Ayatollah Regime mit Destabilisierungsversuchen, vor allem in den sunnitisch-arabischen Ländern. Das Ziel: Nach dem Modell der islamischen Revolution und des Welāyat-e Faqīh, des spezifischen politischen Modells, was im Iran nach 1979 installiert wurde, auch dort ein islamisches Herrschaftssystem zu etablieren.
Das war lange Zeit erst mal nicht erfolgreich, dahingehend, dass diese Umsturzversuche nicht gelungen sind, weil vor allem die sunnitischen arabischen Länder, Saudi-Arabien und die Golfstaaten, scharf gegen die Anhänger Khomenis in ihren eigenen Ländern vorgegangen sind. Aber es hat trotzdem seitdem massive Auswirkungen, weil nämlich die damals vorhandenen Reformbemühungen, einen sehr viel moderateren Islam gesellschaftlich und politisch zu verankern, zurückgenommen wurden.

Dann wurde in den 80er Jahren die Hisbollah gegründet vom iranischen Regime und unter unmittelbarer Anleitung aufgebaut aus einer sehr spezifischen Situation im Libanon heraus, wo vollkommenes Chaos war mit Bürgerkrieg usw. Das gilt als der erste gelungene Revolutionsexport. Und das wurde dann später als Beispiel genommen, auch in allen möglichen anderen arabischen Ländern und auch in den palästinensischen Gebieten zu versuchen, ganz ähnliche Entwicklungen in Gang zu setzen.

Der Durchbruch kam mit dem Atomabkommen, dem JCPOA, Joint Consolidative Plan of Action, der 2015 verabschiedet wurde. Seitdem hat es das iranische Regime es extrem gut geschafft, seine Revolution zu exportieren und seine Strategie des Ring of Fire, eines Feuerrings, den man um Israel legen wollte, ist in dieser Zeit wirklich Wirklichkeit geworden. Im Libanon, dadurch, dass die Hezbollah de facto die Macht übernommen hat, in Syrien, damals noch unter Assad, der sich dann im Rahmen des Bürgerkrieges nur durch die Unterstützung der Hizbollah und des iranischen Regimes überhaupt an der Macht halten konnte, im Irak, wo pro-iranische Milizen damals eindeutig das Sagen hatten. Und in Sana'a, in der jemenitischen Hauptstadt, wo sich die Houthi-Rebellen, Ansar Allah (Helfer Gottes) nennen sie sich eigentlich, zu einem relativ neuen Proxy, direkten Verbündeten des iranischen Regimes, entwickelt haben.

Stephan Grigat (https://www.facebook.com/GrigatStephan/) ist Professor für Theorien und Kritik des Antisemitismus an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (katho) und Leiter des Centrum für Antisemitismus- und Rassismusstudien (CARS)(https://www.facebook.com/CARSkatho/) in Aachen und Köln. Er ist Research Fellow an der Universität Haifa und am London Center for the Study of Contemporary Antisemitism. Er ist Autor des Buches „Vom Antijudaismus zum Hass auf Israel: Interventionen zur Kritik des Antisemitismus“ (Verlag Barbara Budrich 2025)(https://shop.budrich.de/produkt/vom-antijudaismus-zum-hass-auf-israel/) und Herausgeber des Bandes: „Kritik des Antisemitismus in der Gegenwart“ (Nomos 2023)(https://www.nomos-shop.de/de/p/kritik-des-antisemitismus-in-der-gegenwart-gr-978-3-7560-0263-4)

Über diesen Podcast

Im Mena-Talk sprechen Persönlichkeiten aus Medien und Politik, Kunst und Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft über politische und gesellschaftliche Themen, die das Team von Mena-Watch bewegen. Der Themenbogen ist weiter gespannt als bei den Analysen auf der Website des Thinktanks.

Eine Produktion von Mena-Watch. Der unabhängige Nahost-Thinktank veröffentlicht täglich Nachrichten sowie Analysen und Kommentare renommierter Experten und Autoren zu aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten und Nordafrika. Ein Team von Politikwissenschaftlern, Historikern und Autoren garantiert die inhaltliche Substanz und Faktentreue jeder einzelnen Veröffentlichung. Mehr auf www.mena-watch.com.

von und mit von Mena-Watch.com

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